Natriumnitrit und weitere Optionen
Ein paar Tage später.
Das Natriumnitrit ist angekommen und liegt sicher verpackt
in meinem Zimmer. Das Einzige, was nun noch fehlen würde, ist Metoclopramid,
ein verschreibungspflichtiges Antibrechmittel.
Es gibt zwei Seiten in meinem Kopf. Die eine, die unbedingt leben will, sich an
jeden noch so kleinen Strohhalm klammert und nach Lösungen sucht, während die
andere Seite ihr zuflüstert: „Das schaffst du nie. Beende dein Leid“. Es ist
schon immer so gewesen, solange ich denken kann.
Da mein erster Versuch im Januar gescheitert ist, bekomme ich höchstens noch den zweiten, bevor ich für lange Zeit weggesperrt werde.
Methoden wie sich vom Zug überrollen zu lassen sind mir zu brutal. Außerdem gibt es auch bei dieser Methode viele, die es überlebt haben.
Stand jetzt: Ich bin wieder Benzodiazepin-abhängig. Es gab keine andere Möglichkeit, um meinen Alltag bewältigen zu können. Einkaufen, Bahnfahren, sich sozialisieren – all das habe ich verlernt. In die dritte Entgiftung in diesem Jahr zu gehen, ist mir zu peinlich, jedoch bleibt mir vielleicht keine andere Möglichkeit, um irgendwann wirklich leben zu können.
Mehr gibt es heute von mir nicht zu sagen. Die Antidepressiva lähmen meinen Kopf, ich habe kaum noch Lust zum Schreiben. Die Nebenwirkungen, Übelkeit und Durchfall sowie Magenprobleme bestimmen meinen Tag.
Ich will das alles nicht mehr.
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